
Liebe Mitglieder,
Wo ist eigentlich die Zeit geblieben? Das Jahr ist so schnell vergangen seit der letzten Versammlung und heute darf ich Ihnen wieder einen Bericht geben über das, was wir in den letzten 12 Monaten seit unserer letzten Versammlung am 22.06.2010 so alles gemacht haben:
26. Juni 2010 – Kunstaktion an der Postwand
Das Motto lautete "Hochzoll in Bewegung". Drehbare Bretter, eingespannt in einen Rahmen und auf beiden Seiten unterschiedlich bemalt. Eine Seite nur Blau mit schwarzen Buchstaben, die andere Seite alles, was unseren Hobby-Künstlern zum Thema Bewegung eingefallen ist. Zu sehen waren Collagen über den Bau der Linie 6, tanzende Figuren, Landschaften mit Bächen, Schmetterlinge usw. usw. Einen Sommer lang hatten die Hochzoller die Möglichkeit, stets andere Bilder zusammenzustellen. Und diese Chance wurde auch reichlich genützt – also zumindest, bis durch die Witterungsverhältnisse einige Bretter so verzogen waren, dass man sie nicht mehr bewegen konnte. Hoffen wir, dass es dieses Jahr anders wird. Ich bedanke mich an dieser Stelle sehr herzlich bei unserem Kreativ-Team Claudia + Klaus Konsek, Ulli Ecker und Margret Künzel. Abgesehen von längeren Diskussionen, wie wir "Bewegung" für die Kunstaktion sichtbar machen können, hat der findungsreiche Vorschlag von Klaus Konsek (er ist ja auch Ingenieur!) zur Realisierung geführt. Und die Idee von Ulli Ecker, schwungvolle Buchstaben mit dem Motto der Kunstaktion aufzumalen, war großartig. Mindestens genauso großartig war aber auch der Arbeitswand, um die Buchstabenschablonen in der richtigen Abfolge vorzuzeichnen. Großer Applaus und Dank an das ganze Team.24. Juli – Lechuferfest
Leider, ein Satz mit X; es hat nicht nur geregnet, es hat geschüttet. Also Ersatztermin und alles verschieben auf September. Um es gleich vorweg zu nehmen: Auch an diesem Tag war es nix. Der Wettergott spielte einfach nicht mit, so dass in 2010 kein Lechuferfest stattfand.Aber dafür jetzt in 2011: Das Wetter – super; die Stimmung – super, und die Kindereisenbahn war ein Riesenerfolg. Ein ganzer Nachmittag Spiel, Spaß und gute Laune für Kinder und Eltern. Was will man mehr. Und auch uns Organisatoren hat es gefallen, denn positive Rückmeldungen heben auch bei uns die Stimmung.
02. Oktober – Hochzoller Kulturtage
Bleiben wir bei der Stimmung: Mark Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn und Auftritt "Tante Polly" Ursprünglich hatte ich ja nur die Idee einer Lesung. Heinz Schulan fand Thema und ausgewählte Szenen gut und erklärte sich bereit, mitzumachen. Aber dann ging es los: "Also, ich könnte mir vorstellen .." oder "Das wär’ doch ganz nett..." Und immer, wenn von Heinz Schulan solche Sätze kamen, hatte ich hinterher wieder etwas mehr zu tun. Nun, das Ergebnis kennen Sie ja: Ich stand als "Tante Polly" und "Huckleberry Finn" auf der Bühne. Nicht dass ich aufgeregt gewesen wäre. Nein, es ging mir gut – jedenfalls bis zu dem Moment, an dem ich hinter dem Paravent verschwand zum Umziehen: Mund trocken, Stimme weg, Herz unterm Kinn. Ich dachte, ich bekomme keinen Ton heraus. Irgendwie ging’s aber dann doch. Musikalisch mit Südstaatenliedern und Spirituals wurde unser Abend locker begleitet von der Gruppe Shir Ja und bei Südstaaten-Fingerfood und Wein war noch ein langes Beieinanderstehen im Holzerbau. Ich glaube sagen zu können: Es hat allen gefallen.03. - 05. Dezember – Hochzoller Advent
Dieses Mal wieder am angestammten Platz an der Lechrainstrasse, mit tollem Winterwetter: Kalt und viel Schnee – sehr stimmungsvoll. Und mit Neuerungen: Erstmals dabei die Malerin Inge Lemmerz und Eva-Maria Bayer mit ihren kleinen, aber feinen Töpferarbeiten. Dazu ein etwas anderes Essensangebot: Heißer Schinken in der Römersemmel und – ganz wichtig – ein neues Getränk: Heißer Sprizz mit einem Schuss Orange. Ein voller Erfolg und ein großer Dank an Margret und Uwe Künzel für die viele Arbeit. Unser Sprizz ist nämlich nichts fertig Gekauftes und Abgepacktes, sondern wurde von Margret und Uwe selbst gemacht. Natürlich haben wir uns im Vorstand für Sie geopfert und vorab entsprechend getestet, ob wir Ihnen das Getränk auch präsentieren können! Dass wir geschmacklich richtig liegen, hat sich gezeigt und der Adventsmarkt schloss in diesem Jahr mit einer schwarzen Zahl. Wieviel Glück wir mit dem Wetter hatten, erfuhren wir dann am Sonntagabend beim Abbau: Erst fing es an stark zu schneien und dann ging das Ganze in heftigen Regen über, so, dass wir die Arbeiten unterbrechen mussten – und am nächsten Tag war die ganze Schneepracht ein einziger Matsch. Aber die Veranstaltungstage hat das Wetter gehalten, und das ist das Wichtige.12. Dezember – Eröffnung Linie 6
Mit nasskaltem Wetter ging es dann weiter. Aber der Neugier machte das nichts aus: Über 8.000 Besucher kamen zum Eröffnungsfest. Wesentlich mehr, als wir erwartet hatten. Relativ früh gab es dann schon Engpässe bei den Weißwürsten, dann hatten die Mädels vom Popcorn-Stand keine Tüten mehr, dann ging der Glühwein aus. Wir hatten ja auch nur mit ca. 3.000-4.000 Leuten gerechnet. Dass es dann mehr als doppelt so viele wurden ... Na ja. Es war turbulent, aber es war auch ein toller Erfolg. Schön war, dass sich während der Vorbereitungszeit doch mehr Geschäftsleute zusammengefunden hatten, als das so bisher bei Aktionen der Fall war und dass auch gute Ideen für die Gestaltung dieses Festes beigetragen wurden. Wir hatten gehofft, diese Stimmung trägt auch weiterhin. Aber dazu später mehr.Zwischenzeitlich steht auch fest: Die Kinderkrankheiten der Straßenbahn aus den ersten Wochen sind behoben, die Linie 6 wird angenommen. Besonders gut entwickelt hat sich die Buslinie 29 über die Zugspitzstrasse, die auch für ein höheres Fahrgastaufkommen bei der Linie 1 sorgt. Und wenn ich denke, dass die Stadtwerke mal davorstanden, die Linie 29 wieder zu streichen. Aber soweit ist es ja Gott sei Dank nicht gekommen. Als ich so massiv auf die Einführung dieser Buslinie pochte, hatte ich im Nachhinein natürlich auch die Bedenken: Was, wenn das Ganze ein Flop wird? Aber die Buslinie ist ein Erfolg und damit auch ein stolzer Erfolg für die Aktionsgemeinschaft.
Friedberger Strasse: Trotz Einspurigkeit - auf der Friedberger Strasse sind keine Staus, der Verkehr ist nicht kollabiert. Im Gegenteil: der LKW-Verkehr hat deutlich abgenommen. Über die Anbindung der Buslinie 31 abends und an Wochenenden gab es Diskussionen, da der Bus zu diesen Zeiten 2 Minuten früher abfährt, als die Linie 6 ankommt, was dann zu Wartezeiten von 13 Minuten führt. Nach Auskunft der Stadtwerke gab es bei diesem Pendelverkehr nur zwei Möglichkeiten: Entweder man bindet den Bus an den Takt der Linie 6 oder an den Takt der Linie 1. Die Stadtwerke haben sich für die Linie 1 entschieden. Aber trotz allem muss man sagen, wir haben in Hochzoll ein gut funktionierendes und auch großes öffentliches Verkehrsnetz, mit dem alles erreichbar ist vom Kuhsee bis zum Moritzplatz, von Friedberg West bis zum Kö und darüber hinaus noch die Bahnverbindung zum Hbf. Wir können doch zufrieden sein, nicht wahr?
23. Januar 2011
Das neue Jahr begann mit einem schönen Winterspaziergang. Am Sonntag, den 23. 01. machten sich nachmittags 21 Mitglieder, 2 Kinder und ein Hund gut gelaunt und eingepackt auf den Weg durch den Siebentischwald nach Siebenbrunn. Einkehr im "Jägerhaus" war vorprogrammiert. Kaffee und Kuchen und Brotzeit ließen sich alle Beteiligten in lockerer Stimmung und Atmosphäre schmecken. Ein gelungener Ausflug – und hoffentlich viele Wiederholungen.26. Januar – Vortrag zum Thema Lechallianz
Das immer noch in Diskussion stehende EON-Kraftwerk an der Staustufe 23 mitten in unserem Trinkwasser- und Naturschutzgebiet war Anlass für einen Vortrag über unseren wichtigsten Fluss, Flora und Fauna im und am Fluss sowie die derzeitige, bereits extensive Wasserkraftnutzung. Der Vortrag war sehr informativ. Die Absicht der Aktionsgemeinschaft, die Lechallianz gegen das EON-Kraftwerk und für die Renaturierung des Lechs zu unterstützen, ist derzeit allerdings immer noch Absicht, denn wir haben bislang noch nicht einmal die an diesem Abend zugesagten Unterschriftslisten, geschweige denn anderes Informationsmaterial. Ich frage zwar immer wieder mal nach, aber wir haben auch keine weiteren Informationen bisher zu noch geplanten Aktionen der Lechallianz. Irgendwie scheinen hier alle auf das Ergebnis eines Gutachtens zu warten.Trotzdem dürfen wir das Thema nicht aus den Augen verlieren, denn nun plant die Stadt Augsburg ein unterirdisches Kraftwerk im Hochablass. Es läuft bereits seit Januar die Genehmigungsplanung. Nur durch Zufall habe ich von der Veranstaltung von Umweltreferent Schaal Anfang Juni im Pfarrsaal von Hl. Geist erfahren, und das auch noch so kurzfristig, dass keine Zeit mehr blieb, schriftlich unsere Mitglieder zu verständigen, sondern nur noch per Mail. Geplant ist auf der Hochzoller Seite beim Auslass des Kuhsees eine neue Fischtreppe, daran anschließend in den beiden Wehrfeldern die Turbinen. Kapazität: ca. die Hälfte des jetzigen Eisenbahnerwehres. Für den Bau muss der historische Steg bis zur Biegung entfernt werden. Das Ingenieurbüro hat mir versichert, der Steg würde nur abgetragen, zwischengelagert und nach Abschluss der Baumaßnahme wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt. Wir können dieses Thema gerne in der Diskussion noch vertiefen.
03. Februar – Spendenübergabe
Ein schöner Termin im damaligen Infobüro der Stadtwerke an der Friedberger Strasse. Aus den Aktivitäten der Geschäftsleute bei der Eröffnungsfeier der Linie 6 und aus Spenden sind insgesamt € 3.000,00 zusammengekommen, die wir an Sozialreferent Max Weinkamm übergeben konnten. Er hat die Summe dann aufgeteilt an die kath. und ev. Kinder- und Jungendhilfezentren in der Karwendelstrasse24. Februar – Vortrag zum Einbruchschutz
Eine lang anhaltende Einbruchsserie, die sich auch nach Hochzoll ausdehnte, beschäftigte im letzten Winter Einwohner und Kriminalpolizei. Ich bin sehr froh, dass trotz großen Termindrucks relativ kurzfristig ein Vortrag von Kriminalhauptkommissar Herbert Dieminger vereinbart werden konnte. Herr Dieminger zeigte dann auch sehr anschaulich, wie schnell Profis unsere Türen und Fenster öffnen und gab konkrete Hinweise, welche Vorbeugung möglich ist.16. März – Vorstellung Büro Dr. Heider
Sei es die geschäftliche Situation entlang der Friedberger Strasse, die Situation am Zwölf-Apostel-Platz, fehlende Nahversorgung in Hochzoll-Nord und all die anderen Defizite, die von den Hochzollern bei der Planungswerkstatt Soziale Infrastruktur festgestellt und vom Büro Popien bei Befragungen ermittelt wurden – es war uns äußerst wichtig, in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen zu werden und einen eigenen Stadtteilmanager zu bekommen. Wir, und insbesondere hierbei auch Uwe Künzel, waren da sehr hartnäckig und haben es auch geschafft. Es gibt einen Stadtteilarbeitskreis aus AGH, Bürgertreff und IG Zwapl. Nach langen Beratungen im Stadtplanungsamt haben wir uns für das Augsburger Büro Dr. Heider entschieden, das dann am 16. März hier im Bürgertreff vorgestellt wurde. Mehr dazu später.31. Mai – 03. Juni – Hochzoll blüht auf
Die erste gemeinsame Aktion der drei Bürgervereine überhaupt war "Hochzoll blüht auf". Ein Thema, das im SAK von Gregor Lang in den Raum gestellt wurde. Alle fanden es prima, und so entwickelte sich schnell ein ganzes Paket von Ideen. Eine davon war das Holzblumenpflanzen entlang der Friedberger Strasse. Bevor Kitas und Hort die Blumen bemalen konnten, war natürlich das Herstellen der Schablonen angesagt. Einen Samstagnachmittag lang sägten und schliffen Uwe Künzel, Gregor Lang, Tina Lechner und ich wie die Weltmeister. Unter Mithilfe von.. haben wir dann 180 Blumen gefertigt, die am 31. Mai an Bäumen, Zäunen und Verkehrsinseln "gepflanzt" wurden. Nun ja, gehalten haben sie immerhin ungefähr 4 Wochen, dann war ein Großteil gestohlen und zerstört. Es ist schon traurig, dass manche nur in Zerstörung sozusagen "Spaß" finden. Dies war ja leider nicht das erste Mal, wie wir aus den gestohlenen und ruinierten Bildern von vor 2 Jahren wissen oder den zerstörten hübschen Bänken.Als ein weiterer Teil dieser Aktion war geplant, bepflanzte Schubkarren vor die Geschäfte zu stellen. Um es kurz zu machen: 24 Geschäfte an der Friedberger Strasse haben zugesagt, sich zu beteiligen. Tatsächlich waren es dann 5. Und mit den gemalten Blumenbildern in die Schaufenster leerstehender Geschäfte hat es auch nicht sonderlich geklappt. Herausheben will ich da die Stadtsparkasse, die sich sehr engagiert gezeigt hat und die Blumenbilder immer noch in den Schaufenstern hat. Da brauchen wir noch viel Überzeugungsarbeit, dass sich Engagement lohnt: Für den einzelnen und für die Gemeinschaft.
Abgeschlossen haben wir diese Aktionswoche dann mit dem Verteilen kleiner Blumentöpfchen vor der Post und am Zwölf-Apostel-Platz. Spenden für den Projekt-Fonds, aus dem wir weitere gemeinsame Aktionen finanzieren wollen, sind – wenn auch nicht umfangreich – aber doch immerhin zusammengekommen.
02. Juli – Kunstaktion
Eigentlich hatte ich für die diesjährige Kunstaktion ein anderes Motto überlegt, aber wie gesagt, "Hochzoll blüht auf" war einfach durchschlagend und so wurde es auch das Thema für die Kunstaktion. Wieder sind es 58 drehbare Bretter, eine Seite grün und die andere mit allem, was unseren erwachsenen und kleinen Hobbykünstlern zu "Aufblühen" eingefallen ist. Also, ich finde die Kunstwand wieder ganz zauberhaft und ich bin richtig stolz darauf. Es ist heuer immerhin bereits die 10te Aktion, die wir durchführen. Auch auf dieses Jubiläum können wir stolz sein und ich danke allen Mitwirkenden, die sich künstlerisch, handwerklich und organisatorisch jedes Jahr anregen und begeistern lassen. Ich war deshalb auch so mutig, die Aktionsgemeinschaft mal für den Zukunftspreis der Stadt Augsburg im Bereich "Nachhaltigkeit" anzumelden. Schauen wir doch einfach, was dabei herauskommt!Straßenbegleitgrün
Entlang der Friedberger Strasse sind ohnehin nicht viele Möglichkeiten für Begrünung geblieben. Dass hier aber lediglich Unkraut sprießen durfte, die neu angepflanzten Böschungen an der Lechbrücke zugewuchert und nicht gepflegt wurden, hat uns geärgert. Schließlich ist dies das Erscheinungsbild, das wir Hochzoller allen anderen bieten; und derzeit wahrlich kein Renomée. Es gab deshalb einen Ortstermin mit den Stadtwerken, die für die Wiederherstellung der Flächen zuständig sind so wie dem Büro Meinel, die hierfür die Planung hatte. Der Vorstand war sich einig: so bleibt das nicht. Kies und Magerboden ausbringen, Gras ansähen und warten, was wächst, entspricht nicht unseren Vorstellungen eines ansprechenden Begleitgrüns. Nach dem Rundgang, der an den Grünflächen beim Neuen Ostfriedhof und seinen hübschen Wildblumenflächen endete, konnte das Ergebnis erzielt werden: Auch entlang der Friedberger Strasse wird es bunt blühen.Eine Kleinigkeit noch zum Schluss: wir haben unserer PR-Seite in der AZ vor Ort ein neues Bild gegeben, damit auch hier wie auf der Homepage und unserem Flyer der Hochablass zu sehen ist. Zusätzlich gibt es noch ein Infokästchen für Nachrichten aus der Aktionsgemeinschaft.
Ihre Aktionsgemeinschaft Hochzoll e.V.
Melitta Schuster
(Vorstandsvorsitzende)



